Grundlagen
transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS®)
Die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS®) nutzt die Tatsache, dass Äste des Vagusnervs direkt unterhalb der Haut in spezifischen Regionen der Ohrmuschel verlaufen. Diese können mit elektrischen Impulsen durch die Haut (transkutan) stimuliert werden.
Cerbomed hat für die t-VNS® eine spezielle Ohrelektrode entwickelt und patentiert. Diese Elektrode ermöglicht eine gezielte Stimulation des Ramus auricularis nervi vagi - einem Ast des Nervus vagus. Über Schaltstationen wie den Nucleus tractus solitarii oder der Formatio reticularis werden die so aufgenommen Impulse in höher gelegene Zentren des Gehirns weitergeleitet. Die elektrischen Impulse werden durch einen Stimulator erzeugt, der mit der Ohrelektrode verbunden ist.
Basierend auf zahlreichen präklinischen und klinischen Studien können folgende Schlussfolgerungen hinsichtlich der t-VNS® getroffen werden:
- Die äußere Ohrmuschel wird durch den Nervus vagus innerviert.
- Die durch t-VNS® hervorgerufenen Aktivierungsmuster in kortikalen und subkortikalen Regionen des Gehirns weisen Übereinstimmungen mit Mustern auf, die durch die invasive VNS hervorgerufen werden.
- Es gibt Hinweise auf eine Reduktion der Anfallsfrequenz durch die Anwendung der t-VNS® bei Patienten mit pharmakoresistenten Epilepsien.
Der Nervus vagus (Vagusnerv)
Der Nervus vagus ist der zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Er ist an der Regulation nahezu aller inneren Organe beteiligt. Die durch den Nerven vermittelten Anpassungs- und Regulationsvorgänge im Rahmen seiner vegetativen Funktion erfolgen über parasympathische Fasern. Diese spezialisierten Nervenfasern sorgen überwiegend für Ruhe, Erholung und Schonung. Spüren und messen kann man den Einfluss z.B. in Form einer verringerten Herzrate, einer gesteigerten Darmbewegung oder eines vermehrten Speichelflusses. Darüber hinaus führt der Nervus vagus auch noch andere Faserqualitäten: Motorische Fasern sind beispielsweise verantwortlich für die Steuerung von Muskeln im Kehlkopf oder der Speiseröhre. Somatosensorische Nervenfasern übermitteln dem Gehirn Geschmacks- und Berührungsempfindungen, z.B. vom Zungengrund, aber auch aus Bereichen der menschlichen Ohrmuschel (Ramus auricularis nervi vagi). Über die parasympathischen, aber ebenso über somatosensorische Fasern, ist der Nervus vagus durch verschiedene Schaltzentren auch mit Gehirnregionen verbunden, die bei der Entstehung, dem Verlauf und der Therapie von verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle spielen. Diese Eigenschaft macht den Nervus vagus für cerbomed so interessant.
NEWS
Expertenwissen in der Epilepsiebehandlung
Mit Prof. Dr. Hajo Hamer gewinnt das Medizintechnikunternehmen cerbomed GmbH einen renommierten Experten auf dem Gebiet der Epileptologie für den wissenschaftlichen Beirat. [mehr]
Cerbomed auf der 7. Jahres-tagung der Deutschen Gesell-schaft für Neuromodulation
Am 25. und 26. November 2011 präsentiert das Medizintechnik-unternehmen cerbomed den weltweit ersten transkutanen Vagusnervstimulator NEMOS® auf der 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation. [mehr]

English